• Jakob und Jäger

Woran erkenne ich eine originale Speedy?

Nach dem großen Erfolg ihrer Mutter, der Keepall, war es für Henry Louis Vuitton an der Reihe diese Handtasche in einer kleineren Version für den Alltag zu designen, die er als „Express“ bezeichnete. Der Name erinnert an die Leidenschaft für schnelles Leben, die die stromlinienförmigen Autos der damaligen Zeit und die ersten amerikanischen Autos, die die Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg importierten. Letztlich erhielt die Handtasche den Namen „Speedy“ wegen des high-speed Lebensstils.





Zunächst einmal erschien das Modell in einem einfarbigen Canvas, ein Jahr darauf war sie im Monogram Canvas erhältlich um den städtischen Look zu verkörpern. Als kleine Handtasche für den Alltag beinhaltet sie auch ein Schloss um den Inhalt schützen zu können. Der Alltag veränderte sich und es wurde modern sein Haus zu dekorieren, im Garten zu Grillen, fern zu sehen und die Freizeit auszuschmücken. Der Babyboom war im vollen Gange und die Speedy wurde zum Symbol der Frau, die sich zwischen Büro und Haushalt aufhält. Die Größen 30, 35 und 40 (die Zahl gibt immer die Länge der Tasche an) wurde im Jahr 1965 die Speedy 25 designet, wobei die Auftraggeberin Audrey Hepburn war, die sich eine kleinere Tasche für ihren Romaufenthalt wünschte.


1966 wurde Twiggy zum Gesicht von der Speedy und verkörperte damit den jugendlichen Unisex-Look. Passend zu diesem Trend entwickelte Henry Louis Vuitton die Papillon, eine schmetterlingshafte kleine Tasche auf die wir in einem externen Blogbeitrag eingehen wollen. 1978 kam noch zusätzlich die Speedy HL auf den Markt, welche 15x10x7 cm groß ist und gerne von Berühmtheiten als die erste Louis Vuitton Ihrer Kinder genutzt wird. Im Laufe der Zeit kamen viele neue Designs der Speedy auf den Markt. Unter anderem in Epi Leder, im bunten Multicolore, Watercolor, bronze und gold, Monogram roses, Monogramouflage, als Bandouliere, Denim Patchwork, Monogram Eden uvm.


Aber woran erkennt man eine echte Speedy in Monogram Canvas?



Betrachten wir zunächst den Verlauf des Musters. Der Reißverschluss ist als eine Art Spiegel zu betrachten, der das Muster spiegelt.dabei wird die Blüte halbiert und auf der gegenüberliegenden Seite wiedergegeben. Die Henkel sind genau mittig angebracht und beginnen unterhalb einer Blüte. Da der Körper aus einem durchgehenden Stoff genäht ist, liegt das L logischerweise auf einer Seite auf dem Kopf. Auf beiden Seite ist an der Speedy eine Lasche angebracht.


Die eine Lasche hat einen Stamp, die andere ein Loch um sie mit dem Schloss verschließen zu können. Der Stamp kann auch leicht abweichen von dem Bild, je nachdem wo die Tasche produziert wurde. Hier ist es wichtig darauf zu achten ob der Stamp gerade gesetzt ist, keine Rechtschreibfehler beinhaltet und symmetrisch verläuft.





Schließt man den Reißverschluss, überlappen sich die untere Lasche und die Lasche vom Schieber. Es ist wichtig den Reißverschluss, wenn möglich, immer am Metallstück zu bedienen, da sonst die Lasche zu schnell verschleißen und reißen kann. Das Monogrammuster verläuft, wie auf dem Bild zu sehen, wie folgt: Die L's sitzen auf dem Boden und sind nicht angeschnitten. Am Boden sind noch die Spitzen der Blüte zu sehen und der Verlauf des Musters ist auch hier symmetrisch, wobei in der Mitte die Blüten sind.



Die Henkel sind mit Nieten versehen, welche LOUIS VUITTON aufgestanzt haben. Der obere und die beiden zueinander laufenden Nähte am Rand sind mit 5 Stichen, und die Senkrechten mit 4 Stichen vernäht. Das Lederteil schneidet das Muster wie auf dem Bild.



Der Innenraum ist in einem braunen Baumwollstoff, wobei bei einigen eine Innentasche vernäht ist.



Der Datecode ist auf einer Lederlasche (meist unter der Innentasche) aufgestanzt. Auch hier ist auf Symmetrie, Logik und Ordnung zu achten. Die Farbe der Lasche ist meistens heller, da sie durch die verdunkelte Stelle nicht so schnell gebräunt wird. Der Datecode kann sich auch auf den gegenüberliegenden Laschen befinden und wurde dabei getrennt auf 2 Laschen aufgestanzt. Achtete auch immer auf die Form der Lasche, die nicht zu stark von der hier abgebildeten abweichen sollte.




Die Kante des Riemes ist in roter Farbe getränkt und wird nach und nach bräunlicher. Fakes haben oft einen knalligen Rotton.



Wichtig ist immer darauf zu achten ob die Symmetrie beachtet wird. Die Farbtöne sind auch entscheidend und man darf niemals vergessen, dass es sehr gute Fakes gibt, bei denen man alle Details sehr genau untersuchen muss. Und natürlich sollte man immer die Finger von einer Tasche lassen wenn man unsicher ist, denn oft ist der Preis verlockend und die Vernunft schaltet ab. Aber ein guter Fake ist und bleibt ein Fake und damit leider auch keine Investition und kann beim Wiederverkauft sogar eine Straftat darstellen.

351 Ansichten